Aktuelles


📌 Angepinnt
Miteinander, Füreinander – Sinti und Roma gestalten Gesellschaft

Miteinander, Füreinander – Sinti und Roma gestalten Gesellschaft

Liebe Freundinnen und Freunde,

seit längerer Zeit bewegt uns ein Gedanke, der für mich persönlich immer mehr zu einer Herzensangelegenheit geworden ist. Gerade die Auseinandersetzung mit der Antiziganismus-Strategie der Stadt Hamburg hat uns noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt, wo wir stehen – aber vor allem auch, wohin wir gehen wollen. Für mich persönlich, als Erster Vorsitzender des Sinti-Vereins zur Förderung von Kindern und Jugendlichen e. V., zeigt sich eine besonders schmerzhafte Form des Antiziganismus dort, wo Sinti und Roma nicht zugetraut oder nicht zugestanden wird, mit ihren Erfahrungen, ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen einen wichtigen Beitrag für die gesamte Gesellschaft leisten zu können. Denn wir sind nicht nur Menschen, denen geholfen werden muss. Wir sind Menschen, die helfen können. Wir haben Wissen. Wir haben Erfahrung. Wir haben Kompetenzen. Wir haben über viele Jahre Strukturen aufgebaut und gelernt, Menschen zu erreichen, Vertrauen zu schaffen, Brücken zu bauen und Perspektiven zu eröffnen. Und genau dieses Wissen möchten wir teilen. In der Vergangenheit richteten sich viele Projekte – aus guten und nachvollziehbaren Gründen – in erster Linie an unsere eigene Community. Das war wichtig, das ist in vielen Bereichen weiterhin notwendig und wird auch zukünftig seinen berechtigten Platz haben. Menschen müssen dort abgeholt werden, wo sie stehen. Schutzräume, Vertrauen und zielgruppenspezifische Angebote können dafür unverzichtbar sein. Aber irgendwann muss aus einem Schutzraum auch eine Brücke werden.

Und wir glauben, dass jetzt die Zeit gekommen ist, diese Brücke zu bauen. Wir möchten an unserem Standort in Hamburg einen neuen Weg einschlagen und die Angebote unseres Vereins Schritt für Schritt für alle Menschen öffnen. Unser Gedanke dahinter ist eigentlich ganz einfach: Sinti und Roma helfen allen Menschen. Nicht Herkunft soll darüber entscheiden, wer von unserem Wissen, unserer Erfahrung und unserer Unterstützung profitieren darf. Entscheidend soll sein, wo ein Mensch Unterstützung benötigt und wo wir mit unseren Möglichkeiten helfen können. Das wäre für uns nicht nur eine Erweiterung unserer Vereinsarbeit. Es wäre ein gesellschaftliches Zeichen. Denn wirkliche Teilhabe bedeutet für uns nicht allein, dass Minderheiten Unterstützung aus der Mehrheitsgesellschaft erhalten. Wirkliche Teilhabe bedeutet auch, anzuerkennen, dass Menschen aus Minderheiten selbst Verantwortung übernehmen, Wissen weitergeben, Institutionen mitgestalten und einen wertvollen Beitrag für alle leisten können. Genau das erleben wir bereits heute.

Unsere Kita-Bildungsbegleiterinnen und -begleiter sowie unsere Bildungsberaterinnen und Bildungsberater arbeiten als wichtige Vermittler und Brückenbauer in Schulen und Kindertageseinrichtungen. Dort erfahren wir immer wieder, wie sehr ihre Arbeit geschätzt wird – ausdrücklich auch von Menschen, die selbst keine Sinti oder Roma sind. Diese Wertschätzung berührt uns und sie zeigt uns etwas Entscheidendes: Unser Wissen kennt keine ethnischen Grenzen. Menschlichkeit kennt keine ethnischen Grenzen. Und Hilfe sollte sie ebenfalls nicht kennen. Auch in anderen Bereichen erleben wir das immer wieder. Menschen kommen mit sozialen Schwierigkeiten zu uns, benötigen Orientierung, Unterstützung bei ihrer beruflichen Entwicklung oder suchen jemanden, der ihnen komplizierte Dinge verständlich und auf Augenhöhe vermittelt. Immer wieder hören wir, wie sehr Menschen unsere Art der Begleitung und Beratung wertschätzen. Und trotzdem müssen wir Menschen bislang teilweise sagen: Dieses Angebot richtet sich ausschließlich an Sinti und Roma. Das fällt uns zunehmend schwer. Denn wenn ein Mensch vor uns steht, der Unterstützung braucht, und wir wissen, dass wir helfen könnten – warum sollten wir es nicht tun dürfen? Deshalb möchten wir etwas verändern. Wir wollen unsere Erfahrungen aus der Community in die Gesellschaft hineintragen. Wir möchten zeigen, dass aus jahrzehntelanger eigener Erfahrung, aus Herausforderungen, aus erkämpftem Vertrauen und aus unserer Bildungs- und Sozialarbeit etwas entstanden ist, von dem die gesamte Gesellschaft profitieren kann. Das ist auch unser Verständnis von gelebter Integration und echter gesellschaftlicher Teilhabe:

Nicht nur über Sinti und Roma sprechen.
Nicht nur für Sinti und Roma handeln.
Sondern gemeinsam mit Sinti und Roma Gesellschaft gestalten.

Dafür brauchen wir jedoch Unterstützung. Deshalb richtet sich dieser Appell ganz ausdrücklich an die Verantwortlichen in der Politik, an die Stadt Hamburg, an die zuständigen Behörden, an unsere Förderer und an alle Menschen und Institutionen, die gesellschaftlichen Zusammenhalt mitgestalten: Bitte ermöglichen Sie uns diesen nächsten Schritt. Helfen Sie uns dabei, bestehende Förderstrukturen und Projekte so weiterzuentwickeln, dass unser über viele Jahre erworbenes Wissen künftig nicht ausschließlich unserer eigenen Community zugutekommen darf, sondern allen Menschen, die davon profitieren können. Sehen Sie unsere Community nicht ausschließlich als Zielgruppe von Hilfsangeboten. Sehen Sie uns auch als diejenigen, die etwas zu geben haben.

Als Beraterinnen und Berater.
Als Bildungsbegleiterinnen und Bildungsbegleiter.
Als Vermittler.
Als Brückenbauer.
Als Menschen, die Verantwortung für diese Gesellschaft übernehmen wollen.

Vielleicht ist genau das einer der wichtigsten Schritte im Kampf gegen Antiziganismus: nicht nur Diskriminierung zu bekämpfen, sondern auch das Bild davon zu verändern, welche Rolle Sinti und Roma in unserer Gesellschaft einnehmen können. Wir möchten nicht am Rand stehen. Wir möchten mitgestalten. Wir möchten Verantwortung übernehmen. Und wir möchten das, was wir gelernt und aufgebaut haben, mit anderen teilen – unabhängig davon, woher diese Menschen kommen. Wir sind bereit, diesen neuen Weg zu gehen. Wir hoffen sehr, dass die Stadt Hamburg, die Politik, die Behörden und unsere Förderpartner bereit sind, ihn gemeinsam mit uns zu gehen. Denn am Ende geht es um etwas, das größer ist als ein einzelnes Projekt oder ein einzelner Verein. Es geht um die Frage, wie wir miteinander leben wollen. Unsere Antwort darauf lautet: Miteinander. Füreinander. Ohne Mauern zwischen den Menschen. Bitte unterstützt uns dabei. Von Herzen

Euer Christian Rosenberg
Erster Vorsitzender
Sinti-Verein zur Förderung von Kindern und Jugendlichen e. V.


📌 Angepinnt
Statistik Anzahl der Beratungen im Sinti-Verein
Statistik Anzahl der Kunden im Sinti-Verein

Entwicklung der Beratungen

Der Sinti-Verein veranschaulicht mittels Diagrammen, wie die Zahl der Beratungen und der Kunden im Sinti-Vereins zugenommen hat und welcher zusätzlicher Ressourcen es bedarf, den erhöhten Anforderungen gerecht zu werden. Angesichts der kritischen Lage ist die Aufnahme zusätzlicher Berater entscheidend, um die stets steigende Nachfrage bewältigen und die Beratungsqualität halten zu können.


Spielplatzzeit bei der MuKi Schnacke

Am 27.08.2026 war unsere MuKi-Gruppe Schnacke gemeinsam auf dem Spielplatz. Bei schönem Wetter konnten die Kinder nach Herzenslust spielen, toben und die gemeinsame Zeit genießen.

Ob klettern, schaukeln, rutschen oder einfach gemeinsam spielen – für die Kinder war es ein schöner und abwechslungsreicher Vormittag mit viel Bewegung und Freude.


Kuschelmonster in der MuKi Veermoor

Kuschelmonster in der MuKi Veermoor

Am 26.08.2026 wurde es in unserer MuKi-Gruppe Veermoor ganz besonders kuschelig.

Gemeinsam hörten die Kinder eine spannende Geschichte über ein ganz besonderes Monster – ein Kuschelmonster. Anschließend durfte jedes Kind sein eigenes, ganz individuelles Kuschelmonster gestalten.

Mit viel Freude wurde geklebt, gestaltet und gebastelt. Am Ende hatte jedes Kind seinen ganz persönlichen kleinen Monsterfreund zum Kuscheln.


SRT-Treffen in Osdorf

SRT-Treffen in Osdorf

Am 25.08.2026, war der 2. Vorsitzende des Sinti-Vereins, Giovanni Weiß, beim SRT-Treffen in Osdorf dabei.

Im Mittelpunkt standen verschiedene Themen rund um den Sozialraum Osdorf. Unter anderem ging es um die Vorstellung neuer Kolleginnen, Kollegen und Projekte, Informationen aus und für den Sozialraum, SOL-Anträge für 2027, die verbleibenden Restmittel 2026 sowie die weitere Planung für Herbst und Winter.

Darüber hinaus wurden weitere wichtige Projekte und Vorhaben besprochen, unter anderem im Bereich Empowerment und Beteiligung. Auch gemeinsame Verabredungen und weitere Themen für die kommenden Treffen wurden festgehalten.

Der Sinti-Verein freut sich über den Austausch und die Möglichkeit, sich aktiv in die Arbeit im Sozialraum Osdorf einzubringen.


Ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Am 24.08.2026 war ein ganz besonderer Tag in unserer MuKi-Gruppe. Zwei unserer MuKi-Kinder wurden verabschiedet, denn für sie beginnt nun ein neuer und aufregender Lebensabschnitt: die Vorschule.

Der Sinti-Verein bedankt sich von Herzen bei den Eltern für das Vertrauen, die Treue und die schöne gemeinsame Zeit. Es war eine große Freude, die Kinder ein Stück auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.

Natürlich durfte eine kleine Abschiedsfeier nicht fehlen. Bei Kuchen, Muffins und einer Eistorte konnten die Kinder gemeinsam feiern. Anschließend blieb noch Zeit zum freien Spielen und Malen, bevor es gemeinsam auf den Spielplatz ging.

Zum Abschied erhielten die beiden Kinder natürlich auch ein kleines Geschenk als Erinnerung an ihre gemeinsame Zeit in der MuKi-Gruppe.

Der Sinti-Verein wünscht den beiden Kindern für die Vorschule und ihren weiteren Weg von Herzen viel Freude, Erfolg, tolle neue Erfahrungen und alles Gute.

Wir verabschieden euch mit einem lachenden und einem weinenden Auge und werden euch vermissen.


Austausch mit der SPD

Austausch mit der SPD

Am 20.08.2026 fand ein Gespräch mit Kemir Čolić und Moritz Billenstein von der SPD statt. Für den Sinti-Verein nahmen der 1. Vorsitzende Christian Rosenberg und der 2. Vorsitzende Giovanni Weiß teil.

In einem offenen und angenehmen Austausch wurde unter anderem über den geplanten Staatsvertrag, die aktuelle Situation sowie den weiterhin bestehenden Antiziganismus gesprochen.

Der Sinti-Verein begrüßt den konstruktiven Austausch und den gemeinsamen Blick nach vorne. Gemeinsam mit den anderen Communities möchte der Verein daran mitwirken, dass die Ziele des Staatsvertrags auch tatsächlich umgesetzt werden.

Der Sinti-Verein ist zuversichtlich, dass es den Communities gemeinsam gelingt, den Staatsvertrag mit Leben zu füllen und wichtige Fortschritte für Sinti und Roma zu erreichen.